Serbische Disco-Hymne
Für die diesjährige serbische Vorentscheidung hatte der Fernsehsender RTS im Vorfeld drei Kandidaten ausgewählt, die verschiedener nicht sein könnten: Die 19-jährige Danica Krstić ging im Dezember aus einem umfangreichen Casting als Teilnehmerin hervor und steht mit ihrer Musik für das folkloristische und traditionsbewusste Serbien. Ihr zur Seite gestellt wurde Bojana Stamenov, die in der serbischen Version von "Das Supertalent“ mit ihrer Bluesröhre Aufsehen erregt hatte und das westlich orientierte Serbien repräsentiert. Dritter im Bunde war Aleksa Jelić, der die ESC-Teilnahme 2008 hinter Jelena Tomašević nur knapp verpasst hatte. Der populäre Musiker und Tänzer ist für serbische Verhältnisse ein Paradiesvogel - nicht nur, weil er in der Parodienshow TLZP reihenweise weibliche Künstler wie Beyoncé nachahmte, sondern auch, weil er 2009 die Gay Pride in Belgrad mit einem eigenen Song unterstützte.
Doppelt hält besser
Die Brücke zwischen den drei Künstlern schlug Komponist Vladimir Graić, dem Serbien seinen ersten und bislang einzigen Sieg mit "Molitva“- gesungen vonMarija Šerifović 2007 in Helsinki - verdankt, woran in einer Vorstellungsshow am Vorabend ausführlichst erinnert wurde. Er komponierte und produzierte die drei Beiträge des Abends, die trotz unterschiedlicher Arrangements sehr deutlich die Handschrift des Komponisten trugen und während der Abstimmungsphase überraschenderweise noch einmal in voller Länge gezeigt wurden. Auftritte von Moje 3 (Serbien 2013), Andrea Demirović (Montenegro 2009) und den Beauty Queens (den Backing-Sängerinnen von Marija Šerifović) verkürzten die Wartezeit auf das Endergebnis. Mit den Stimmen von Jury und Publikum entschied dann Bojana Stamenov wenig überraschend die Vorentscheidung für sich, wobei die Disco-Hymne "Ceo svet je moj“ (Die ganze Welt gehört mir) schon aufgrund der Bühnenpräsenz und Stimmgewalt der Sängerin den Sprung ins Finale schaffen dürfte.