Natalia Gordienko wollte zweiten Anlauf für Moldau nehmen
Mit dem düsteren Popsong "Prison" hat Natalia Gordienko die moldauische Vorentscheidung für sich entschieden und wäre zum Eurovision Song Contest 2020 gefahren, der allerdings wegen der Coronakrise abgesagt worden ist. Die 32-Jährige, die ihr Land schon 2006 gemeinsam mit Arsenium und dem Titel "Loca" vertrat, wurde mit den Höchstpunktzahlen von Jury und Publikum gewählt, wobei sie fast doppelt so viele Stimmen erhielt wie der zweitplatzierte Pasha Parfeny. Geschrieben wurde der Titel über eine unglückliche Beziehung von "Dream Team" Dimitris Kontopoulos und Philipp Kirkorov mit Unterstützung von Sharon Vaughn, die in diesem Jahr schon die Beiträge aus Griechenland und Estland mitverantwortet hätte.
Schwache gesangliche Leistung
Von den insgesamt 36 eingereichten Songs hatte das moldauische Fernsehen ganze 20 in seine nationale Vorentscheidung gepackt, nachdem eine 5-köpfige Jury die Beiträge bei einer Live-Audition begutachtet und für qualitativ so hochwertig befunden hatte, dass sie sich auf jeden Fall dem Wettbewerb stellen müssten. Den Zuschauern dürfte sich dieses Urteil eher nicht erschlossen haben, zumal viele gesangliche Leistungen enttäuschend schwach waren. Unter den Kandidaten befand sich übrigens auch Geta Burlacu, die kurz vor dem Finale ihre Teilnahme zurückzog, im Televoting für ihr Nichterscheinen aber immerhin sieben Anrufe erhielt.
Böse Kommentare nach Sieg von Gordienko
Die Show, die mit gut dreieinhalb Stunden Länge die Geduld des Publikums wieder einmal arg strapazierte, war musikalisch überraschend abwechslungsreich. Wie gewohnt wurde die Wertungspause mit einem nationalen Gaststar überbrückt, diesmal durfte die ESC-Teilnehmerin von 2007, Natalia Barbu, ihre gefühlt komplette Diskographie zum Besten geben. Während Natalia Gordienko sich über ihren Erfolg freute und ihre beklemmende Nummer im 12/8-Takt noch einmal vortrug, überschlugen sich im Livechat die bösen Kommentare über den angeblich gekauften Sieg. Aber auch das gehört irgendwie zur Tradition dieses Wettbewerbs.